Als Franziska Donner in Zürich den 25 Jahre älteren koreanischen Asylpolitiker Rhee Syng-man zum ersten Mal traf, konnte niemand ahnen, dass sie fast 10 Jahre später Koreas erste First Lady werden würde. Donner, geboren 1900 in Inzersdorf, als Inzersdorf noch eine unabhängige, kleine Gemeinde war, studierte Sprachen an der Universität Wien und arbeitete für den Völkerbund. Sie hatte das Erbe ihres Vaters, eines bekannten Sodawasserherstellers, übernommen und war in die Welt hinausgegangen.


Korea wurde dann von Japan besetzt und dominiert. Ree Syng-man war einer der koreanischen Politiker, die in der Diaspora in den USA für die Unabhängigkeit seiner Heimat kämpften. Franziska und Ree verliebten sich und heirateten. Franziska folgte ihrem Mann zuerst in die USA und dann nach Hawaii, wo eine kleine Gruppe von Politikern im Exil an ihrer Rückkehr arbeitete.


Mit der Unterstützung der USA, die nach dem Zweiten Weltkrieg um Einfluss in der Region gegen die UdSSR und China kämpften, fanden 1948 Wahlen statt, und Ree Syng-man wurde der erste frei gewählte Präsident Koreas, und Doktor Franziska Rhee daher die erste First Lady. Dies war eine Sensation für Korea und seine Bewohner, die bis heute einem sehr strengen Klassenbewusstsein folgen sowie fast eisernen Verhaltensregeln, und die immer noch starke soziokulturelle Vorbehalte gegenüber Fremden haben.


Während dieser Jahre der Präsidentschaft ihres Mannes übernahm Franziska Rhee den Stil und das Verhalten einer koreanischen Frau in ihrer Position. Dies brachte ihr trotz der wachsenden Kritik an der Präsidentschaft ihres Mannes großen Respekt und Anerkennung ein, und selbst heute, (sie verstarb 1992 in Seoul), wird sie in Korea immer noch anerkannt und respektiert.