Die Aufnahmen von Helmuth Qualtingers Lesungen prägten die Kindheit des Regisseurs Wolfgang Ritzberger - schon vor der "Bürgschaft" kannte er die Szene in der Viktualienhandlung von Vinzenz Chremosta auswendig. Qualtingers Interpretation von "Die letzten Tage der Menschheit" prägte das Bild, das er davon hatte.


Das Stück wurde als nicht spielbar angesehen, alle Versuche, es auf die Bühne zu bringen, waren nicht wirklich erfolgreich - als er hörte, dass Paulus Manker versuchte, das Stück auf die Bühne zu bringen, war er überzeugt, dass dieses außergewöhnliche "Theatergenie" erstens beweisen würde, es ist machbar und zweitens, dass "Alma" kein "Glücksschlag" war und nicht ist. Der Doyen des Spielfilmkameramanns Univ.Prof. Walter Kindler brachte ihn mit Paulus Manker zusammen und erlebte vor Ort in der beeindruckenden Serbenhalle einen Theaterabend, wie er ihn bisher selten erlebt hat.

 

Fast atemlos folgte er den Texten, die er seit seiner Kindheit kannte, und erlebte, wie die Charaktere in dieser effektiven, emotionalen und sehr intensiven Aufführung ein neues Leben aufnahmen. "Der Qualtinger" wurde nicht vergessen, aber was Manker aus dem Stück gemacht hat, hat nichts mit dieser legendären Interpretation zu tun. Die Charaktere leben, ob bei Sirk Eck, in den Schützengräben oder im Militärkrankenhaus, und das Publikum steht mittendrin, wird Teil der Aktion.


Der von Wolfgang Ritzberger entworfene Dokumentarfilm pendelt zwischen der schöpferischen Kraft von Paulus Manker, der Einzigartigkeit und den Emotionen, die die Aufführungen auslösen können, dem historischen Hintergrund der Texte und der mit Monarchie-Kitsch verschmierten Sicht auf den Ersten Weltkrieg und der Suche für einen neuen Veranstaltungsort für die mehr als 6 Stunden lange Aufführung.